Nebenan - Endlich mal wieder eine Filmperle
Shownotes
Trailer zu NEBENAN: https://youtu.be/ujRKKXXsofs?si=SYnveYo7-ctYzuOG
Transkript anzeigen
00:00:09: Filmstammtisch.
00:00:10: Hallo und herzlich willkommen beim Filmstammtisch.
00:00:12: Hier ist der Ralf.
00:00:13: Schön, dass ihr mit dabei seid.
00:00:15: Heute habe ich euch einen Film mitgebracht, der mir persönlich unheimlich viel Spaß gemacht hat.
00:00:21: Ich rede von Neben an aus dem Jahr, twenty-一, Hauptrolle und Regie, Daniel Brühl.
00:00:29: Neben an... Geht eine Stunde, vierunddreißig Minuten und meiner Meinung nach ist keine einzige Minute davon langweilig oder öde.
00:00:37: Im Gegenteil, ich empfand den Film als ausgesprochen spannend und kurzweilig.
00:00:45: Kommen wir zum Plot.
00:00:46: Worum geht es denn in Nebemann?
00:00:48: Es geht um einen jungen Schauspieler Daniel.
00:00:52: Gespielt von Daniel Brühl.
00:00:53: ist auch kein Zufall, dass es jetzt genau dasselbe Vorname ist.
00:00:56: Es gibt durchaus ein paar Parallelen zwischen der Filmfigur Daniel und Daniel Bull selbst.
00:01:05: Aber bleiben wir mal bei der Filmfigur.
00:01:06: Daniel wohnt in Berlin, Prenzlauer Berg um genau zu sein, bewohnt dort ein schickes Loft in so einem großen Mietblock, der so ein bisschen, ja, eine Mischung ist aus.
00:01:18: Hinterhof Romantik abgesifft, aber oben ist praktisch so ein schönes saniertes Loft mit extra Fahrstuhl, wie so ein Adlerhorst oben auf dem Felsen, wo eben Daniel sein Zuhause hat.
00:01:31: Er hat eine Frau, Kinder, Kindermädchen, er führt scheinbar das perfekte Leben, hat jetzt ein Filmangebot bekommen für ein Superheldenfilm und ist auf dem Weg zu einem Casting nach London.
00:01:46: Bevor es dort hingeht, macht Daniel einen Abstecher in seiner Stammkneipe, die heißt witzigerweise zur Brust.
00:01:55: Und ja, da ist nicht viel los.
00:01:57: Da sitzen so die zwei, drei Stammgäste vor ihrem Bierchen schon morgens und er hat praktisch Ruhe und Zeit, um nochmal seine Rolle und Dialoge durchzugehen für das Casting und sich da optimal vorzubereiten.
00:02:13: denkt er wenigstens.
00:02:14: Aber schon als er in die Kneipe reinkommt, stellt sich wenige Zeit später raus.
00:02:18: Dort ist noch ein Gast, der sitzt am Tresen.
00:02:21: Das ist Bruno, gespielt von Peter Kurt.
00:02:24: Und was sich als Anfangs zufällige Begegnung darstellt, entpuppt sich dann im Laufe der vierneinzig Minuten als, ja, böses... Wie soll ich sagen, erwachen, denn Bruno wohnt in der Wohnung gegenüber von Daniel, hat praktisch immer einen Blick in sein Leben und fing an, dann Daniel auszuspionieren und genießt es nun, ihm stückchenweise seine Fassade abzuprockeln, ihm immer wieder zu zeigen, was er weiß.
00:02:58: Und das spitzt sich dann praktisch diese ninety vier Minuten lang zu.
00:03:03: für den Zuschauer ein Hochgenuss, wie ich finde, weil diese ganzen Peinlichkeiten über die kleinen und großen Geheimnisse eines scheinbar perfekten Lebens ans Licht kommen.
00:03:14: und ich bin mir sicher, euch geht es da genauso wie mir, die hat ja jeder von uns und es ist gut, dass nicht jeder alles weiß über einen und man kann sich da schon mit diesem Daniel mit identifizieren, was da alles so ihm widerfährt und vor allem wie das auf sein Leben sich auswirkt oder wie peinlich ihm das ist.
00:03:38: Das macht Spaß, dem zuzuschauen, ist auch eine super Performance von Daniel Brühl und Peter Kurt.
00:03:44: Mehr möchte ich auch zum Plot gar nicht sagen, denn ich möchte euch ja den Spaß nicht nehmen an dem ganzen Film.
00:03:50: Nehmen an, ich habe schon gesagt, es ist ein Kamerspiel, spielt eigentlich nur in einem Raum in der Kneipe.
00:03:57: Und bei einem Kammerspiel, so eine, wie soll ich sagen, so, dass der Zuschauer da so gebannt ist, da brauchte schon eine hohe schauspielerische Leistung.
00:04:10: Aber die hat Daniel Brühl allemal.
00:04:13: und das, obwohl er hier auch noch nebenbei Regie geführt hat.
00:04:18: Daniel Brühl, Jahrgang, der war born in Barcelona, ihn kennt man aus diversen Filmen, er hat eine Riesenliste, was der schon abgeliefert hat.
00:04:29: Ich nenne jetzt nur mal einige zum Beispiel, First Avenger, Civil War, der Alienis, die Eingreisung, eine Netflix-Serie, glaubt die wurde produziert, zwei achtzehn bis zwei zwanzig, dann ich und Kaminsky, zwei tausendfünfzehn, Inglourious Bustards.
00:04:47: Rush, ein Freund von mir mit Jürgen Vogel, gut bei Lenin, einer seiner ersten großen, ich glaube es war sogar sein Durchbruch, gut bei Lenin in zwei Tausendzwei.
00:04:59: Übrigens auch damals schon Peter Kurt mit an Bord, mit ihm zusammen da auch gespielt.
00:05:08: Daniel Brühl beeindruckend.
00:05:11: Ah, den möchte ich noch erwählen, Colonia Dinidad hat er auch abgeliefert.
00:05:17: Also, wahnsinnig.
00:05:19: Ich staune wirklich, Daniel Brühl war eigentlich für mich auch immer so ein deutscher Schauspieler, der halt nicht so in diese, ja, Til Schweiger, Schweighöfer, wie sie alle heißen, in diese Nullachtfünfzehn Comedy Schiene reinpasst.
00:05:40: sondern er macht halt wirklich auch Filme, wo Tiefgang haben, wo einfach noch ein bisschen mehr Substanz dahinter ist als dieses Null-Acht-Fünfzehn-Mäßige-Schnelle-Haha.
00:05:51: Ich lachte mal, mache ein paar Scherze rein und habe dann immer so dasselbe Erfolgsrezept, das ich da abliefer und da finde ich, da unterscheidet er sich schon ganz massiv.
00:06:05: Genauso wie Peter Kurt.
00:06:06: Peter Kurt, Jahrgang, siebenundfünfzig.
00:06:09: Er spielt im Bruno oder eben dem Daniel, der in der Kneipe begegnet.
00:06:13: Ihnen kennt man aus verschiedenen Tatortepisoden.
00:06:17: Er hat mitgespielt bei Sörensinn, hat Angst, zwei Tausendzwanzig.
00:06:20: Da spielt Jan Mehl, die Hauptrolle, auch sehr cool.
00:06:24: Die Protokollantin mit Iris Berben, eine Miniserie, zwei Tausendachzehn.
00:06:29: Babylon Berlin, ich und Kaminsky, gut bei Lenin, eben da hat er schon zusammen gespielt mit Daniel Brühl, daher kennen sich die beiden, denke ich, auch schon sehr gut.
00:06:39: Und die brillieren eigentlich wirklich hervorragend nebenan und liefern sich da tolle Wortgefächte, Diskussionen und peinliche Momente, also wirklich klasse.
00:06:55: Auch Erbenen möchte ich an dieser Stelle Rike Eckermann.
00:06:59: Sie ist jahrgang vierundsechzig, spielt die Hilde, die wirt hin, von der Kneipe zur Brust, wo das ganze spielt, wo sich der Bruno, praktisch den Daniel, sozusagen zur Brust nimmt.
00:07:11: Und sie kennt man aus Nord bei Nordwest, Para via King, Tatort, auch Polizeiruf.
00:07:18: Sie ist so das typische Gesicht.
00:07:20: würde ich sagen für so eine ältere Berlinerin, ich würde sogar behaupten, das ist eine Paraderolle für sie als Viertin von so einer Berliner Ecke Kneipe, weil sie sieht so ein bisschen verlebt aus, sie ist jetzt nicht böse gemeint, aber sie hat schon einiges erlebt und hat auch so diese Art von so einer ja souveränen Kneipe wird, den finde ich einfach, das passt wie die Faust aufs Auge, super gekastet.
00:07:45: Übrigens genauso wie Anne Schwarz, Anne Schwarz, mit die Jungs, dem Bunde, Jahrgang Trinachtzig.
00:07:52: Sie spielt die Clara, die Frau vom Daniel.
00:07:55: Man sieht sie eigentlich nur kurz, mit einem Auftritt.
00:08:00: Aber der ist ja gut und sie hat auch schon ein paar gute Filme abgeliefert.
00:08:04: Und wenn ihr nebenan schaut, dann achtet mal drauf.
00:08:08: Ich finde... Sie hat für mich schon so eine Leinwand Präsenz, wo man sagen kann, ich glaube, von der Frau wird noch einiges Gutes kommen.
00:08:16: Sie hat ja schon im Jahr zwei Tausend Achtzehn alles gut gemacht.
00:08:19: Das ist, glaube ich, eines der bekanntesten Filme von ihr.
00:08:23: Da spielt es eine Frau, die, meine ich, vergewaltigt wurde und diesen Konflikt dann austrägt irgendwie im Familienbekanntenkreis und soll sehr gut sein hat.
00:08:35: Auf jeden Fall sehr positive Kritiken bekommen.
00:08:40: Was mir an nebenan besonders gefallen hat, das ist, dass Daniel Brühl nicht nur einfach so Regie geführt hat und die Hauptrolle, sondern die Idee zum Film stammt eben auch von Daniel.
00:08:54: Und zwar erzählt er das in einem Interview.
00:08:58: Könnte mal Google auf YouTube Interview nebenan.
00:09:02: Geht glaube so zehn oder zwölf Minuten, ist wirklich super.
00:09:05: Und da erzählt Daniel Brühl, dass er sich in Barcelona eine Wohnung gekauft hat.
00:09:12: Und er ist ja auch zweisprachig aufgewachsen.
00:09:14: Seine Mutter ist ja Spanianin.
00:09:17: Und dann geht er dann nach dem Fliegersteig in eine Tapas-Bar in dem Viertel, wo seine Wohnung liegt und bestellt halt extra laut und redet extra laut auf Spanisch, um so zu signalisieren.
00:09:29: Ja, ich bin einer von euch.
00:09:31: Ich gehöre hier dazu.
00:09:33: Und da sitzt ihm so gegenüber so ein Bär, der ihn so ganz grimmig anschaut.
00:09:38: Und er sagt dann so, ja, der hat mich so angeschaut.
00:09:42: Das war schon ganz klar, der mag mich nicht, der will mich auch nicht hier haben.
00:09:45: So, das war so der Blick.
00:09:46: Was willst du denn hier?
00:09:48: Und hat der Daniel sich halt überlegt, was wäre denn, wenn der Typ jetzt da irgendwie mit der Statur als Gerüstbauer arbeitet, vielleicht an dem Haus gegenüber oder an dem Haus, wo Daniel seine Wohnung hat?
00:10:00: da rein schaut und eben auch so Einblicke kriegt in das Privatleben von ihm selber.
00:10:06: Und da kam so die Idee zu dem Film nebenan.
00:10:10: Und die ließen dann auch irgendwie nicht mehr los, da hat er dann immer wieder daran rumgeknabbert, bis er dann den Entschluss gefasst hat, okay, ich frag mal jemanden, der mir das zu Papier bringen kann, der dann Drehbuch schreiben kann.
00:10:21: Und auch da hat er Super Connections, denn er kennt Daniel Kehlmann.
00:10:28: Daniel Kehlmann hat das Drehbuch geschrieben zu Ich und Kaminsky und da hat Daniel Brühl schon die Hauptrolle gespielt gehabt.
00:10:38: Daniel Kehlmann kennt man auch sonst, ist ein Begriff, ist Jahrgang, und Ich und Kaminsky war glaube ich, sein fünftes Buch und das hatte internationaler Erfolg.
00:10:50: Das war, meine ich, und zwei Jahre später hat er abgeliefert die Vermessung der Welt.
00:10:58: und die Vermessung der Welt war, ich meine, eines oder wenn ich sogar das erfolgreichste Buch der Nachkriegszeit, also ein Hammer, was der Kerl da abgeliefert hat und auch so, er hat auch das Drehbuch geschrieben zu Bekenntnisse des Hochstarblas Felix Kohl zusammen mit Deadlift Book ist jetzt gerade recht aktuell, kann man abrufen in der Heimvideothek zum Linen oder kaufen.
00:11:28: Er hat geschrieben die Novelle, du hättest gehen sollen übrigens, witzig.
00:11:35: wurde verfilmt, im Jahr ist es in der Hauptrolle mit Kevin Bacon und das wiederum war der Grund, warum ich dazu eine Podcast-Folge gemacht habe, Podcast-Folge, vom Filmstandtisch.
00:11:51: Du hättest gehen sollen, you should have left mit Kevin Bacon in der Hauptrolle.
00:11:55: Das Buch ist sicherlich besser als der Film, ist ja ganz oft so bei Büchern, der Film war jetzt nicht so berauschend, aber wenn ihr Details wissen wollt, hört euch einfach die Podcastfolga an.
00:12:06: Ansonsten, um wieder zurückzukommen zu Daniel Kehlmann, sieht man schon, der Mann hat richtig was auf den Kasten und eben auch das Drehbuch hier zu nebenan.
00:12:18: Genial.
00:12:18: Also wirklich super.
00:12:20: Es passt für mich einfach alles an dem Film.
00:12:24: Ich stehe ja sowieso auf so Kamerspiele.
00:12:28: Wer den Filmstammtisch-Podcast öfter hört, der weiß, ich habe früher auch mal Dinge gemacht.
00:12:33: Zeit, da kann ich behalten.
00:12:34: Fand ich auch so eine Perle praktisch.
00:12:37: Findet man ja heute leider nicht mehr so oft.
00:12:39: Ist ja alles Mainstream geworden.
00:12:41: Hauptsache Effekte, Hauptsache... Teure Produktionen, ein Riesenaufgebot von Stars und dann ist aber eigentlich das, was dabei rauskommt.
00:12:52: Weiß nicht.
00:12:53: Viel heiße Luft, wenig Substanz und nebenan ist es eben mal wieder so eine richtig schöne Filmperle.
00:13:02: Ein Raum, wenige Darsteller, aber die ziehen dich mit der Handlung und mit der Story so in ihren Band, dass du dich fühlst.
00:13:12: Wiese Unerlebnis, wo du früher hattest, also vielleicht deinen ersten Hitcorp-Film angeschaut hast.
00:13:17: Das fand ich auch immer so diese alten Filme, wo kein Hintergrundgeräusch zu hören ist, nur die Dialoge der Darsteller und das, was gerade im Raum passiert.
00:13:26: Und du bist völlig fokussiert auf diesen Bildschirm und gerade das, was nur dort abläuft.
00:13:31: Und genau das hat nebenan bei mir geschafft, weshalb ich jetzt auch gerne zur Bewertung komme.
00:13:40: Bewertung für... Nebenan, da gibt es von mir, oder brauche ich eigentlich gar nicht lang überlegen, zehn von zehn Bier.
00:13:49: Wer meine Besprechung schon öfter gehört hat, der weiß, zehn von zehn Bier vergeb ich nur an Filme, die ich mehrmals anschaue.
00:14:00: Und nebenan, es gibt ihn leider nicht auf DVD oder Blu-ray, man kann ihn nur online mieten, kaufen.
00:14:07: Ich habe ihn gekauft, ich habe ihn mittlerweile, ich würde behaupten, dreieinhalbmal angeschaut, nicht nur weil ich jetzt hier die Folge machen wollte, sondern einfach auch bei mir der Film unheimlich viel gibt und gut gefallen hat.
00:14:20: Er macht einfach Spaß und deshalb hat er zehn von zehn Bier meines Erachtens mehr als verdient.
00:14:29: Mehr will ich auch gar nicht darüber verlieren über den Film.
00:14:31: Ansonsten, wenn es euch gefallen hat, die Folge empfehlt uns weiter.
00:14:36: Wenn es euch nicht gefallen hat, behaltet es bitte für euch.
00:14:40: Ich würde es freuen, wenn ihr nächstes Mal wieder mit dabei seid beim Filmstammtisch Podcast.
00:14:46: Ansonsten, schaut gute Filme, bleibt gesund, gehabt euch wohl.
00:14:51: Tschüss, euer Ralf.
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